Freiwillige Feuerwehr Reußenköge


Aktuelles aus der Wehr:

Kommunikationsübung der Deichgänger


Der verregnete Februar mit seinen Stürmen und häufigem „Landunter“ hat gezeigt, dass die Wettersituation den Deich belastet. Wir haben entlang der Westküste wehrhafte Deiche, wie die Deichschauen im Herbst und Frühjahr bestätigen. Sollte es aber zu einer sehr schweren Sturmflut ab 3,50 m über dem Mittleren Tidenhochwasser (MTHW) kommen, dann liegt ein Katastrophenfall vor und ein Katastrophenabwehrplan des Kreises Nordfriesland tritt in Kraft. So werden auch die Deichgänger von der Kreisleitstelle alarmiert.

 

Wer sind Deichgänger?
Deichgänger kommen immer dann zum Einsatz, wenn der Wasserstand  2,50 m über MTHW gemeldet wird. Deichgänger sind ehrenamtlich tätig und werden von den Deich- und Sielverbänden benannt. In der Regel sind es Privatpersonen und Feuerwehrleute, die das Funkgerät bedienen. In unserer Gemeinde übernehmen diese Aufgabe nur Personen der Feuerwehr Reußenköge.
Ihre Aufgabe ist es, im Katastrophenfall Kontrollgänge entlang der Deichlinie durchzuführen. Dabei führt ein Feuerwehrmann ein Funkgerät mit, um mögliche Schäden am Deich sofort per Funk an den Katastrophenstab Husum in der Feuerwehrzentrale zu melden. Dieser Stab leitet weitere Maßnahmen ein.

 

Treff der Deichgänger im Amsinck- Haus
Eingeladen zur Kommunikationsübung am 27. Februar hatte die Katastrophenschutzabteilung des Kreises Nordfriesland.  Es wurde kein Schreckensszenario nachgestellt oder geübt. Es ging lediglich um die Kommunikation zwischen den Deichgängern und dem Katastrophenstab.  Ziel des Abends war es, sich kennenzulernen, die Technik und Logistik in Betrieb zu nehmen und Abläufe zu testen.
Teilnehmer waren die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden Reußenköge, Arlewatt, Nordstrand,   Deich- und Hauptsielverbände im Gebiet des Katastrophenschutz- Abschnittsbereichs Husum, kurz KatS AB Husum.
Im Ernstfall ist das Amsinck- Haus für die Deichgänger von Ockholm bis Holmer Siel der Treffpunkt.

 

Wie ist der Ablauf im Ernstfall?
Nach der Alarmierung erhalten die Deichgänger-Gruppen die technische Ausrüstung von der Kreisfeuerwehrzentrale ins Amsinck- Haus geliefert.  Dabei sind Funkgeräte und Funkpläne, Taschenlampen  und gelbe Schautafeln.  Jede Deichgänger- Gruppe erhält diese Schautafeln, auf denen mögliche Schäden an Außen- und Innenböschung des Deiches dargestellt werden. Sie erleichtern die Schilderung der Situation am Deich im Ernstfall.

 

Was wurde geübt?
Am Übungsabend testeten alle Deichgänger unter Anleitung von Boy Hach, Katastrophenstab Husum, die neuen digitalen Funkgeräte. Jedes Gerät hat eine Nummer, mit der sich der Deichgänger im Ernstfall meldet und die Schadenslage schildert. Wichtig dabei ist, sich alle zehn Minuten beim Katastrophenzentrum vom Kreis Nordfriesland per Funk zu melden, damit die Verständigung überprüft wird. Gleichzeitig wird so deutlich, dass der Deichgänger selbst nicht in Gefahr ist. So einfach es klingt, aber auch die Taschenlampen wurden auf Funktionalität geprüft. Denn im Dunkeln müssen sie einsatzbereit sein und mit ausreichend Batterien ausgestattet sein.

Die Funkgeräte sind GPS gesteuert, so dass der Standort des Deichgängers von der Kreisfeuerwehrzentrale ermittelt werden kann.  Zusätzlich hilft eine Beschilderung am Deich selbst, erläutert Oberdeichgraf Gerhard Volquardsen: „Die weißen Schilder am Zaun binnendeichs sind alle 500 m montiert und erleichtern die Standortbestimmung auf dem Deichabschnitt. Die Angabe „42 km“ auf dem Schild bedeutet, dass es von diesem Standort noch 42 km bis zur dänischen Grenze sind.“

 

Im Anschluss an die Übung gab es eine Nachbesprechung mit gemeinsamem Abendessen für alle Teilnehmer der Übung im KatS AB Husum in der Kreisfeuerwehrzentrale in Husum.  Alle Beteiligten waren sich einig, die Übung war notwendig, um im Einsatzfall koordiniert zu reagieren.Eine gemeinsame Übung bei Sturm, die wie ein Ernstfall vor Ort am Deich geübt wird, folgt für alle Beteiligten.


Text und Foto: Anke Dethlefsen

Allgemeines zur Freiwilligen Feuerwehr:

Mehr als 40 Feuerwehrkameraden sind ehrenamtlich aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr Reußenköge, um Brände zu löschen, bei Unfällen Personen zu retten, bei Unwettern Hilfe zu leisten, gegebenenfalls Verkehr zu leiten und Brandschutzaufklärung zu übernehmen.

 

Bei regelmäßigen Übungsabenden fördern die Feuerwehrleute ihre Sicherheit im Umgang mit technischem Gerät. Einsatzabläufe werden geübt, damit im Ernstfall ein schnelles und eingespieltes Team im Einsatz ist.

 

Bei verschiedensten Lehrgängen können sich die Angehörigen der Wehr zu Truppmännern sowie Truppführern, Maschinisten, Sprechfunkern und Atemschutzgeräteträgern ausbilden lassen. Wer es sich vorstellen kann, eine Führungsposition in der Feuerwehr zu übernehmen, kann auf Kreis- sowie auf Landesebene Ausbildungslehrgänge besuchen.

 

Auch die Gemeinschaft darf nicht zu kurz kommen: Die Freiwillige Feuerwehr ist gemeinsam mit der Gemeinde Ausrichter des Feuerwehr- und Kinderfestes (Koogsfest) im Sommer. Darüber hinaus zählen das gemeinsam mit der Landjugend ausgerichtete Laterne-Laufen, ein Lottoabend und ein jährlicher Tagesausflug zum Programm, zu dem selbstverständlich auch die Kameraden der Ehrenabteilung eingeladen sind.

 

Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Reußenköge kann jeder werden, der Bewohner der Gemeinde und 16 Jahre alt ist.

 

Für Fragen steht Wehrführer Sönke Dethlefsen zur Verfügung.

 

Kontakt:

Sönke Dethlefsen

Sönke-Nissen-Koog 55

25821 Reußenköge

Telefon: 04674/ 474

E-Mail: info@tischlerei-dethlefsen.de